- FDP-Fraktion im Rat der Universitätsstadt Siegen

Laudatio aus Anlass der 40jährigen Mitgliedschaft in der FDP von Karlfried Fischbach

Karlfried Fischbach<br />
Mitglied im Bezirksausschuss Siegen-Süd
Karlfried Fischbach

Mitglied im Bezirksausschuss Siegen-Süd
Lieber Karlo,
gerne habe ich die Aufgabe übernommen, einige Worte zu Deinen 40 Jahren in der FDP zu sagen.
Nach meiner Kenntnis sind Karl Heinz Gerhards und ich gemeinsam mit Dir die dienstältesten Mitglieder hier im Stadtverband. Und ich möchte noch hinzufügen, dass ich selber Mitglied dieser Partei bin, weil Du so beharrlich warst. Weil wir beruflich tagtäglich miteinander zu tun hatten, hast Du auch tagtäglich nichts unversucht gelassen mich immer anzusprechen. Ich kann mich noch genau an Deine Worte erinnern, „wir kommen einmal im Monat immer dienstags 20.00 Uhr, in der Gaststätte „Zur Post“ in Eiserfeld zusammen.“ Wir, dass war der Stammtisch der Liberalen Eiserfeld. Wir, dass waren damals weit über 20 Freidemokraten, die im Siegener Süden ihren Wohnort hatten. Heute sind das Traumzahlen!!!!
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Laudatio aus Anlass der 40jährigen Mitgliedschaft in der FDP von Karlfried Fischbach

Lieber Karlo,
es ist sicher immer schwierig, den Anfang einer Laudatio zu finden.
Nach dem Chinesischen Horoskop bist Du 1949, im Jahr des Büffels auf diese Welt gekommen, nach unseren Kriterien Sternzeichen Zwilling.

Der Büffel passt aber besser.

Also, der Büffel, besetzt die zweite Position unter den Chinesischen Tierkreiszeichen. Sie sind bekannt für Fleiß, Zuverlässigkeit, Kraft und Entschlossenheit. Ein aufrichtiges Wesen, empfinden starken Patriotismus für ihr Land, haben Ideale und Ambitionen für das Leben der Familie und Arbeit. Diese Eigenschaften spiegeln die traditionellen charakteristischen Merkmale des Konservativen wider. Sie gehen ihre eigenen Wege und sind eigensinnig.... bei näherer Sicht des Horoskopes kam mir zunächst der Gedanke an Deine Hartnäckigkeit in Sachen Siegbergtunnel......

Lieber Karlo,
Du bist im Jahre 1978 in die FDP eingetreten, für die FDP kein gutes Jahr.
Im Spiegel stand folgender Leitartikel:

„Jeder hat mal eine Talfahrt“

„Nach dem Wahldebakel von Hamburg und Hannover (Niedersachsen) häufen sich die Vorwürfe gegen den Bundesvorsitzenden Genscher. Die Kritiker halten ihm vor, durch Übertaktieren und Öffnung zur CDU das Parteiprofil verwaschen und die Wähler verunsichert zu haben.
Damit stand Genscher in der Schusslinie, sein Versuch ist gescheitert, liberale Eigenständigkeit mit der CDU in den Ländern zu demonstrieren und gleichzeitig auf Distanz zum Bonner Partner SPD zu gehen.“ Du bist dennoch eingetreten.

Deine Parteiarbeit begann mit der Mitgliedschaft im Bezirksausschuss Siegen-Süd von 1979 bis 1984. Gemeinsam mit Karl Heinz Gerhards begann Deine Laufbahn in diesem Ausschuss. Diese Anfangsjahre sind zugleich ein Stück Siegener Parteigeschichte.

Schon bei der nächsten Kommunalwahl im Jahre 1979 hast Du für das Stadtparlament kandidiert, zuerst in Niederschelden, danach immer in Deiner Heimat Eisern.

Leider war das Ergebnis der damaligen Kommunalwahl niederschmetternd. Die FDP schaffte die 5% Grenze nicht und war somit nicht mehr im Stadtparlament vertreten. Da aber in einigen Stadtbezirken, so auch im Stadtteil Siegen-Süd, die 5%-Hürde genommen worden war, stand uns eine Vertretung in den jeweiligen Bezirksausschüssen zu, die im Bezirksausschuss Süd von Dir und Karl Heinz Gerhards wahrgenommen wurde.

Bei der Frage, wie sich die FDP ohne Ratsfraktion in der Folgezeit darstellen könnte, entwickelten wir zusammen mit dem damaligen Stadtverbandsvorsitzenden Frieder Stöcker und dem damaligen Kreisvorsitzenden Eckard Schleifenbaum den Plan, die Bezirksausschüsse als Instrumentarium zu nutzen.

Das wurde dann in Eiserfeld ziemlich vortrefflich umgesetzt, Karlfried und Karl Heinz Gerhards berichteten über die Arbeit aus dem BZA dem allmonatlich tagenden Stammtisch.
Anzumerken ist, dass der FDP Stammtisch regelmäßig Nichtmitglieder zu Gast hatte. Es wurde diskutiert, Vorstellungen entwickelt und umzusetzende Meinungen gebildet. Moderator war der früh verstorbene Dr. Peter Hädicke.

Wichtig, -nein- am allerwichtigsten war-, dass der Stammtisch Eiserfeld die jeweiligen Pressemitteilungen an die SZ, Rundschau und Westfalenpost gaben, die in der Regel auch gedruckt wurden. So konnten wir unsere Meinung und Auffassung zu kommunalpolitischen Themen nach außen tragen, nur um zwei zu nennen, die damalige Diskussion um den HTS Bühltunnel, für dessen Bau wir eintraten, die Ablehnung der versuchten Umwandlung des Gymnasiums auf der Morgenröthe in eine Gesamtschule.
Das waren zum Beispiel die damaligen Themen, mit denen wir, der Eiserfelder Stammtisch, in der Öffentlichkeit punkten konnten, vor allem, die FDP blieb im Gespräch da die Fraktion fehlte!
Der FDP Stammtisch hatte sein Domizil in der Gaststätte „Zur Post“ in Eiserfeld. Auf Vorschlag von Karlfried tagte der Stammtisch in Eisern in der Kaiserlinde, um den Bürgern in seinem Heimatort nahe zu sein und um weiteres Interesse der Bürger zu werben.
So erinnere ich mich, dass wir den damaligen Stadtbaudirektor Karl Ley, ebenfalls FDP-Mitglied, zu einem Vortrag über die Verkehrsplanungen und den Straßenbau in Eisern gewinnen konnten.

Lieber Karlfried,
in Deiner langen Parteizugehörigkeit hast Du viele Höhen und Tiefen erlebt, Anträge, Anfragen, viele Anregungen die Deinen Heimatort betrafen und ebenso für den gesamten Stadtteil Süd sowie die Gesamtstadt eingebracht.
Du hattest immer das richtige Ohr am richtigen Ort, sowohl durch Deine berufliche Tätigkeit im KFZ Bereich und auch die vielen Kontakte im Versicherungswesen, wo Du mit vielen Menschen in Kontakt standest die etwas zu sagen hatten.

Deine neuesten Bemühungen, in der Wolfsbachstraße Verkehrssicherheit für die Anwohner zu gewährleisten, führten leider noch nicht zu dem gewünschten Ergebnis.
Eine andere Forderung von Dir, den viel befahrenen Verkehrsbereich zur Autobahn/Abzweigung Eisern und in Richtung Eisernhardt mit einem Verkehrskreisel zu entzerren, wurde inzwischen vom NRW-Betrieb Straßen und Verkehr umgesetzt.
Auch Dein Einsatz für die Feuerwehr in Eisern, dass Feuerwehrgerätehaus endlich zu sanieren, wurde inzwischen umgesetzt. Nur die Lorbeeren, das wissen wir aus Erfahrung, schreiben sich andere zu.
Dein anderer Wunsch, ich denke der wichtigste für die Verkehrsführung in Siegen, ist Deine permanente Forderung, den Siegbergtunnel zu planen und zu bauen, wurde politisch zu den Akten gelegt, weil nicht finanzierbar.

Aber lieber Karlo, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ich denke, die Stadt wird langfristig nicht umhin können, die Planungen wieder aufzunehmen, da die von der Umwelthilfe geforderte Luftreinhaltung in der Stadt bei der jetzigen Verkehrslage nicht eingehalten werden kann.
Du bist mit Deiner Forderung in bester Gesellschaft. Nach Bekunden des Bürgermeisters „muss über den Siegbergtunnel erneut nachgedacht werden“.

Es wäre schön, wenn Du den Siegbergtunnel noch rop onn ronner befahren könntest!

Klaus Volker Walter
Fraktionsvorsitzender
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