FDP-Fraktion im Rat der Universitätsstadt Siegen

Theodor-Heuss-Medaille in Gold für Friedrich Stöcker

Geschätzter Kulturexperte für die Region

Frieder Stöcker trat 1955 in die FDP ein. Ein Jahr, in dem auf der Titelseite der elften Ausgabe des Spiegels stand „Ist die FDP überflüssig, Liberal sind wir doch alle?“ Stöcker entschied sich für das liberale Original, kehrte vermeintlichen Kopien den Rücken und ist den Freidemokraten seither stets treu geblieben. Er engagierte sich zunächst im Kreisverband der FDP, bis er zum Stadtverbandsvorsitzenden in Siegen gewählt wurde. „Man darf nicht vergessen“, so Walter, „dass Siegen damals noch kreisfrei war – der FDP Kreisverband war anscheinend damals schon ein bisschen fortschrittlicher“. Insgesamt 27 Jahre führte Stöcker den Stadtverband. „Wenn mal irgendwann ein Buch über uns geschrieben werden sollte“, stellte Walter fest, „müsstest Du auf den Titel, denn Du warst das Gesicht der FDP in Siegen!“ Dabei gelang es Stöcker, dem ehemalige Leiter des städtischen Kulturamtes, immer fein zwischen Beruf und Politik zu trennen. Trotzdem, Kunst und Kultur in Siegen lag und liegt Stöcker immer sehr am Herzen.

Liberaler von dem wir uns immer viel abgeguckt haben

„Was heute jedoch ein wenig in Vergessenheit geraten ist“, betonte Klaus Volker Walter, „Frieder Stöcker hat als Stadtverbandsvorsitzender auch dazu beigetragen, dass es die Stadt Siegen in ihrer heutigen Form gibt, und nicht als Häufchen konkurrierender Klein- und Mittelstädte namens Eiserfeld, Siegen und Hüttental. Das hat damit zu tun, dass Frieder Stöcker damals einen guten, freundschaftlichen Draht zu Willi Weyer, dem damaligen Landesinnenminister hatte. Und Willi Weyer hat offensichtlich auf die Ratschläge aus Siegen gehört.“ Wer Frieder Stöckers politisches Leben so beschreiben will, wie es war und ist, der benötigt sehr viele Zeit und Raum. Dennoch gelang Walter zum Abschluss der Laudatio ein Resümee, gepaart mit dem Dank „für die Zeit mit uns“, an einen „Liberalen, von dem wir uns immer viel abgeguckt haben, politisch meinungsstark, bewandert in Kunst und Kultur und immer geradeaus.“


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